Der Wunsch, der fast immer kommt

In fast jedem Erstgespräch fällt der Satz „Wichtig ist uns, dass wir alles selbst ändern können". Der Wunsch ist nachvollziehbar. Meistens steckt eine schlechte Erfahrung dahinter, bei der für jede Kleinigkeit jemand beauftragt werden musste.

Nur führt die wörtliche Umsetzung selten zum Ziel. Ein System, das alles bearbeitbar macht, ist zwangsläufig komplizierter zu bedienen. Nach der Einweisung fasst es niemand mehr an, und ein Jahr später steht dieselbe Seite wie am Starttag. Nur zahlt ihr jetzt zusätzlich für ein Redaktionssystem.

Die bessere Frage lautet nicht, was ihr ändern könnt. Sie lautet, was ihr tatsächlich ändert und wie oft.

Was sich zu pflegen lohnt

Alles, was sich mehrmals im Jahr ändert und wo Aktualität sichtbar ist.

  • Öffnungszeiten, Urlaub, Betriebsferien. Falsche Zeiten sind der schnellste Weg, einen Kunden zu verärgern, und der einzige Fehler, den wirklich jeder Besucher bemerkt.
  • Stellenanzeigen. Im Handwerk oft der meistbesuchte Bereich der ganzen Website. Eine Anzeige, die seit zwei Jahren steht, wirkt schlechter als gar keine.
  • Abgeschlossene Projekte. Der Bereich, der am meisten für euch arbeitet und am seltensten gepflegt wird. Ein Foto und drei Sätze reichen.
  • Ansprechpartner und Team. Wenn jemand geht oder dazukommt. Namen, die nicht mehr stimmen, kosten Vertrauen.
  • Aktuelle Hinweise. Notdienst, Baustelle, geänderte Erreichbarkeit.

Wovon ihr besser die Finger lasst

Nicht aus Bevormundung, sondern weil hier Schaden entsteht, der schwer rückgängig zu machen ist.

  • Seitenstruktur und Adressen. Eine Unterseite umzubenennen oder zu löschen bricht Links und kostet Google-Sichtbarkeit, wenn nicht gleichzeitig eine Weiterleitung eingerichtet wird. Der häufigste selbst verursachte Rankingverlust.
  • Navigation. Jeder zusätzliche Menüpunkt schwächt alle anderen. Menüs wachsen erfahrungsgemäß nur in eine Richtung.
  • Seitentitel und Beschreibungen für Google. Sehen aus wie einfache Textfelder, entscheiden aber darüber, wie das Suchergebnis aussieht.
  • Bilder ohne Aufbereitung. Ein Foto direkt aus der Handykamera ist schnell mehrere Megabyte groß. Ein paar davon ruinieren die Ladezeit einer Seite, und Ladezeit fließt in die Google-Bewertung ein.

Was ihr statt der Website pflegen solltet

Hier kommt der Teil, der in Gesprächen fast immer überrascht. Für die lokale Sichtbarkeit ist euer Google Unternehmensprofil wichtiger als eure Website.

Wer „Elektriker in der Nähe" sucht, bekommt zuerst eine Kartenansicht mit drei Einträgen. Diese Einträge kommen aus dem Unternehmensprofil und nicht von eurer Website. Und im Gegensatz zur Website könnt ihr sie in Minuten selbst pflegen.

Was dort mehr bewirkt als drei neue Unterseiten.

  • Vollständigkeit. Kategorien, Leistungen, Gebiet, Zahlungsarten, echte Fotos vom Betrieb. Keine Bilder aus Bilddatenbanken.
  • Bewertungen. Der stärkste einzelne Faktor. Ein zufriedener Kunde bewertet fast immer, wenn man direkt nach getaner Arbeit fragt und den Link mitschickt. Von allein tut es kaum jemand.
  • Antworten auf jede Bewertung. Auch auf kritische, vor allem auf kritische. Das lesen die nächsten Interessenten.
  • Aktuelle Öffnungszeiten, inklusive Feiertage. Diese Angabe muss mit der auf eurer Website übereinstimmen, sonst schwächen sich beide.

Wenn ihr im Monat eine halbe Stunde für Online-Pflege habt, steckt sie hier hinein und nicht in die Website.

Ein Rhythmus, den man durchhält

Pflegepläne scheitern daran, dass sie zu ehrgeizig sind. Das hier hält man durch.

  • Nach jedem größeren Auftrag. Ein Foto machen und drei Sätze notieren. Nicht schreiben, nur sammeln.
  • Nach jedem zufriedenen Kunden. Um eine Bewertung bitten. Direkt, nicht später.
  • Einmal im Quartal, eine halbe Stunde. Gesammelte Projekte einpflegen, Öffnungszeiten prüfen, Stellenanzeigen aktualisieren.
  • Einmal im Jahr. Die Startseite lesen, als wärt ihr Kunde. Meistens stimmt mindestens ein Satz nicht mehr.

Das ist alles. Wer diesen Rhythmus zwei Jahre durchhält, steht besser da als die meisten Wettbewerber. Nicht wegen einer besonderen Technik, sondern weil kaum jemand es tut.

Für alles, was strukturell wird, schreibt ihr uns. Wie wir Websites so aufbauen, dass diese Aufteilung funktioniert, steht auf unserer Seite zu Websites. Ein Beispiel mit eigenem Redaktionssystem ist die Praxis-Website mit Terminverwaltung.